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Women and Glass. 15 ostdeutsche Glasgestalterinnen

12. Juni um 6:00 - 23. August um 15:00

»Women and Glass – Gestaltung für die ostdeutsche Glasindustrie. 1950-2000«

Großes Design für Glas.

Vortragsveranstaltung am 26. Juli – Glaskenner über Glasgrößen

Sonderausstellung bis zum 23. August

Seit den 1930er Jahren fand »Lausitzer Glas« eine professionelle Glasgestaltung. Wilhelm Wagenfeld (1900-1990) war als am Bauhaus ausgebildeter »Designer« künstlerischer Leiter des größten Glasbetriebes (VLG).
Viele studierte Formgestalterinnen haben seit den 1950er Jahren diesen Qualitätsstandard in zahlreichen Einzelbetrieben gewahrt und weiterentwickelt. Neben den älteren Pionierinnen im Glasdesign, Ilse Decho (1915-1978) und Margarete Jahny (1923-2017), blickt diese Ausstellung auf die Leistung von weiteren ausgewählten Frauen – von »Ameling« bis »Wittig«. Ihre Entwürfe stehen in der Tradition der Moderne und des skandinavischen Designs und erhielten viele Designpreise. Eine spezifisch weibliche Formgestaltung lässt sich nicht erkennen. Waren Gestalterinnen jedoch praktischer als ihre männlichen Kollegen? Frauen fragen »Lässt sich das Glas gut abwaschen«?  »Hat die Vase für den Sommerstrauß einen bruchfesten Rand«? Designerinnen mögen sich auch stärker mit der Technologie befasst haben, damit sie von den Männern in der Produktion »nicht aufs Eis geführt« werden konnten (Marlies Ameling).
Die Spezialistinnen gewannen ihre Professionalität in Berlin-Weißensee, Halle-Giebichenstein und Heiligendamm und sahen sich »von außen« in die Fabriken delegiert.  Dort schufen sie mit Hilfe der damals fast ausschließlich männlichen Glasmacherbelegschaft am Ofen Inkunabeln der »DDR-Moderne«.
Women-and-Glass prägten den Zeitgeist formgewaltiger Jahre. In der heutigen Studioglasbewegung verbinden sich die Felder von Gestaltung und Design sowie hüttentechnischer Umsetzung häufig in einer Person. Allein am Glasofen wirken derzeit über ein Dutzend
»New-Women-and-Glass«, denen eine eigene spätere Ausstellung gewidmet werden soll.

Konzept: Siegfried Kohlschmidt und Georg Goes
Mitarbeit: Kathleen Adriaensen, Paula Caballero
Dank: Siegfried Kohlschmidt, Stadtstiftung Baruth/Mark,
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur
und Landkreis Teltow –Fläming

Die Sonderausstellung im Glashütter „Hüttenbahnhof“ wird begleitet von einer online-Ausstellung. Diese wurde von Paula Caballero gestaltet.

Das Plakat entwarf Franz Weid.

Details

  • Beginn: 12. Juni um 6:00
  • Ende: 23. August um 15:00