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Sonderaustellung J.G. Nathusius

Das Museum und Glasstudio Baruther Glashütte eröffnet am 3. August 2025 um 14 Uhr seine neue Sonderausstellung und möchte hierzu einladen sowie zum regulären Besuch (Ausstellung bis Anfang November 2025)
„J.G. Nathusius. Kaufmann und Konzerngründer“ – die zweite kulturhistorische Ausstellung im Veranstaltungsjahr 2026 erzählt ein außergewöhnliches Leben in Objekten:
J.G. Nathusius (*1760 in Baruth/Mark,+ 1835 in Althaldensleben) war eine schillernde Persönlichkeit, die in der Schwellenzeit nach der Französischen Revolution in Magdeburg und Althaldensleben wirkte. Dort gründete er Fabriken und kaufte ein Schloss, eine Klosteranlage mit Konventsgebäude sowie landwirtschaftliche Güter. Der frühindustrielle „Fabrikkreis“ von 16 Branchen am Flüsschen Beber fußte wesentlich auf regionalen und landwirtschaftlichen Rohstoffen.
Vor der massiven Durchsetzung der Industrialisierung und der Verkehrsrevolution bevorzugte Nathusius Weltbild und Geschäftsmodell noch Produktion aus regionalen Rohstoffen gegenüber Handel – Der sicherste Besitz seien „Grundeigentum und Fabriken“.
Schloss Hundisburg und das Kloster Althaldensleben zogen als Wirkungsstätte des Kaufmanns und Konzerngründers Menschen aus allen deutschen Regionen und auch aus dem Ausland an.
Grundlage seines Erfolges als Unternehmer und Gutsbesitzer waren hohe Erlöse, die er aus dem Tabakhandel erzielt hat. Mit diesem Kapital gründete er zunächst eine Tabakfabrik in Magdeburg.
Diese weit ausstrahlenden Erfolge kontrastieren mit dem familiären Hintergrund Nathusius‘: Geboren in Baruth/Mark im Jahr 1760, wuchs er in ärmlichen Verhältnissen auf, gleichwohl sein Vater in Baruth das Amt des kurfürstlichen sächsischen Akziseeinnehmers innehatte. Seine Ausbildung absolvierte J.G.N. in Berlin bei einem kleinen Handelsbetrieb (von-bis). Seine kaufmännischen Kenntnisse erlangte er wesentlich durch autodidaktische Studien und erwarb sich einen guten Ruf, was den Wechsel zum renommierten Magdeburger Handelshaus Sengelaub ermöglichte, das er 1785 übernahm.
Nathusius war ein Philantrop. Er gründete eine Arbeiterkasse, vergab Baukredite und bemühte sich um die Selbständigkeit seiner Mitarbeitenden – „Er liebte es sehr, die Menschen selbständig zu machen und auf eigene Füße zu stellen“. Auch seine Heimatstadt Baruth/Mark unterstützte er.
Geprägt war sein Leben von den Möglichkeiten des bürgerlichen Grunderwerbs adliger Güter im napoleonischen Königreich Westfalen, für das er auch als Abgeordneter wirkte. Wenngleich der Geschäftsmann adlige Güter besaß, lehnte er adligen Standesdünkel und Orden und Ehrungen durch den Staat ab.
Die Anziehungs- und Wirkungskraft J.G.Ns. „Musteranstalt“ spiegelt sich auch in einer literarischen Rezeption durch bekannte Schriftsteller wie Karl Immermann und Clemens Brentano nieder. Elsbeth Nathusius verfasste eine Biografie über ihren berühmten Großvater.
Die Ausstellung versammelt exemplarisch historische Objekte, die das Wirken des Konzerngründers erzählen. Werkstücke – vom Porzellanteller bis zur Tabakdose – vermitteln die einzelnen Gewerbezweige des Nathusius-Konzerns. Weitere Exponate beleuchten Wendepunkte in des Kaufmanns Leben – vom Handelsschiff zum Tabaktransport bis zu Zinnsoldaten der Befreiungskriege.
Museum und Glasstudio bedanken sich für die großzügigen Leihgaben und Schenkungen:
Königliche Porzellanmanufaktur Berlin, Stiftung Technikmuseum Berlin, Stadtmuseum Haldensleben, Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg, Historische Mühle Sanssouci (Potsdam), Rochow-Museum Reckahn, Stadtmuseum Schwedt/Oder, Tabakmuseum Vierraden, Museum des Teltow (Wünsdorf), Preußenmuseum Wustrau.
Einige Objekte finden sich digital dokumentiert:
Objekte auf der Datenbank „Museum-Digital“
Konzept, Recherche, Idee: Georg Goes. Mitarbeit im Team Museum Baruther Glashütte: Kathleen Adriaensen, Senem Erkcetin, Jürgen Jeschke, Lisann Kanzler, Josie Mechler
Förderung institutionell: Landkreis Teltow-Fläming und Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur; Projektförderung: Stadtstiftung Baruth/Mark
Infos siehe Signatur.
Details
- Beginn: 3. August 2025 um 10:00
- Ende: 2. November 2025 um 17:00
- Veranstaltungskategorie: Ausstellung
