Sonderausstellung „Women and Glass“

Sehenswert in Glashütte, 28.3.-23.8.2026
»Women and Glass – Gestaltung für die ostdeutsche Glasindustrie. 1950-2000«
Schon in den 1930er Jahren fand „Lausitzer Glas“ eine professionelle Glasgestaltung. Wilhelm Wagenfeld (1900-1990) war als am Bauhaus ausgebildeter »Designer« künstlerischer Leiter des größten Glasbetriebes (VLG).
Viele studierte „Formgestalterinnen“ haben seit den 1950er Jahren diesen Qualitätsstandard in zahlreichen Einzelbetrieben gewahrt und weiterentwickelt. Neben den älteren Pionierinnen im Glasdesign, Ilse Decho (1915-1978) und Margarete Jahny (1923-2017), blickt diese Ausstellung auf die Leistung von weiteren ausgewählten 18 Frauen – von „Ameling“ bis „Wittig“. Ihre Entwürfe sind hier in repräsentativer Auswahl zu sehen. Die Gestalterinnen errangen viele Designpreise. Ihr Formvermögen ist kaum als spezifisch weiblich zu fassen. Vielmehr stehen die von ihnen geschaffenen Gläser in der Tradition der Moderne und des skandinavischen Designs. Gleichwohl können Gestalterinnen als praktischer gelten
als ihre männlichen Kollegen. Frauen fragen „Lässt sich das Glas gut abwaschen“ und „passt der Sommerstrauß“ in eine Vase, deren Rand hoffentlich „bruchfest“ ist (Marlies Ameling). Gestalterinnen mögen sich auch stärker mit der Technologie befasst haben, damit sie von den Männern in der Produktion „nicht aufs Eis geführt“ werden konnten. Ihre Professionalität gewannen die Spezialistinnen in Berlin-Weißensee, Halle-Giebichenstein und Heiligendamm und sahen sich „von außen“ in die Fabriken delegiert. Dort schufen sie mit Hilfe der damals fast ausschließlich männlichen Glasmacherbelegschaft am Ofen Inkunabeln der „DDR-Moderne“.
Women-and-Glass prägten den Zeitgeist formgewaltiger Jahre. »Industrieerzeugnisse sind nicht nur Handelsartikel,
sondern jedes, selbst das kaum Beachtete, Aussage über den Geist unserer Zeit, seine Höhen und Tiefen«, formulierte Friedrich Buntdzen.
In der heutigen Studioglasbewegung verbinden sich die Felder von Gestaltung und Design sowie hüttentechnischer Umsetzung häufig in einer Person. Allein am Glasofen wirken heute über ein Dutzend
New-Women-and-Glass, denen eine eigene spätere Ausstellung gewidmet werden soll.
Konzept: Siegfried Kohlschmidt und Georg Goes
Mitarbeit: Kathleen Adriaensen, Paula Caballero
Dank: Siegfried Kohlschmidt, Stadtstiftung Baruth,
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur
und Landkreis Teltow –Fläming
Gesamtprogramm der Baruther Glashütte in den Osterferien
Details
- Beginn: 28. März um 14:00
- Ende: 23. August um 16:00
- Veranstaltungskategorie: Ausstellung
